Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

FEW "Intersektionale Forschung zu Sozialer Arbeit im Kontext von Migrationsregimen in Hamburg"

  • Zeitraum: WiSe 2014/2015 bis SoSe 2016
  • Lehrende: Katherine Braun (Soziologin); Anna Köster-Eisenfunke (Politikwiss.)

 

Beschreibung

In einer globalisierten Welt ist auch Soziale Arbeit nicht ohne die Auseinandersetzung mit Migration zu denken. Und insbesondere Städte sind seit ihrer Entstehung geprägt von zahlreichen Mobilitäten. So ist auch Hamburg Teil einer (Post-)Migrationsgesellschaft.

Migration wird jedoch vielfach problematisiert und reguliert. Diese "Regierung“ von Migration ist einerseits gesellschaftliche Bedingung Sozialer Arbeit, andererseits wird Soziale Arbeit auch selbst zur sozialpolitischen Bearbeitung problematisierter Mobilitäten und Communities eingesetzt. Für eine selbstreflexive Positionierung der Sozialen Arbeit stellt die Auseinandersetzung mit der eigenen Praxis daher eine wichtige Aufgabe dar. Diesem Feld wollen wir uns gemeinsam forschend nähern. Für die Forschungs- und Entwicklungswerkstatt (FEW) ist uns daher eine Berücksichtigung der intersektionalen Verwobenheit unterschiedlicher Machtverhältnisse und Subjektpositionen und eine sensible und selbst-kritische Vorgehensweise wichtig.

In der FEW werden wir demnach die Praxis Sozialer Arbeit im Kontext aktueller Migrationsregime in Hamburg und die Lebenssituationen (potentieller) Nutzer_Innen untersuchen. Gefragt werden kann bsplw. wie sich der Zugang zu grundlegenden Rechten (gesundheitliche Versorgung, Wohnen) für (irreguläre) Migrant_Innen darstellt; wie die Arbeits- und Lebensverhältnisse von EU-Binnenmigrant_Innen aussehen und welche Unterstützungsangebote hier greifen könnten oder welche Konstruktionen des "Selbst" und des "(migrantischen) Anderen" die sozialpädagogische Praxis prägen.

Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit migrationssoziologischen Grundlagen und Gesprächen mit Praxis-Vertreter_Innen, aber auch auf Grundlage eigener Erfahrungen, werden die Studierenden im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungswerkstatt eigenständige Fragestellungen entwickeln.

Methodisch kann mit unterschiedlichen Ansätzen der qualitativen Sozialforschung gearbeitet werden; insb. qualitativen Interviews, Experten-Interviews, Dokumentenanalysen von stadtpolitischen Programmen und Selbstdarstellungen sozialpädagogischer Träger sowie Teilnehmender Beobachtung. Welche Methoden konkret ausgewählt und umgesetzt werden, richtet sich nach der jeweiligen Forschungsfrage und dem möglichen Feldzugang. Die Auswertung orientiert sich an den Ansätzen der Grounded Theory (Glaser/Strauß) und der Regierungsanalytik (in Anlehnung an Foucault).