Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

FEW "Lebensgeschichte im sozialräumlichen Kontext"

  • Zeitraum: WiSe 2012/2013 bis SoSe 2014
  • Lehrender: Eckard Maiwald (Dipl. Sozialökonom)


Beschreibung

In dieser Forschungs- und Entwicklungswerkstatt soll der Versuch unternommen werden, lebensgeschichtliche Erfahrungen von Klient_innen Sozialer Arbeit in Verbindung zu bringen mit der Struktur und Geschichte des sie umgebenden Sozialraumes.
Ausgangspunkt für diese Themenstellung ist die nach wie vor anhaltende Umstrukturierung zu sozialräumlichen Hilfen und Angeboten speziell in der Kinder- und Jugendhilfe und die daran anschließende Frage, wie eine Partizipation am und im Sozialraum für Klient_innen möglich ist. Diese FEW soll in Annäherung an diese Frage zunächst die Bedeutung des Sozialraumes für Klient_innen in der ihnen je eigenen Lebenssituation und in ihrem biografischen Werdegang klären helfen. 

Innerhalb der FEW sind biografische, soialräumlich-hintergründige Interviews mit Adressat_innen Sozialer Arbeit vorgesehen. Die Studierenden können sich je nach Berufs- bzw. Praxiserfahrung die interviewten Personen aussuchen. Dabei ist es zweitrangig, ob die Erzählung im Interview sehr lang ist oder ob es sich um eine mittellange Sequenz handelt. Gemeinsam ist allen Interviews die Grundfrage, wie die eigene Lebensgeschichte mit der Geschichte des sozialen Raumes verbunden ist. Spezifizierungen dieser grundsätzlichen Fragestellung ergeben sich aus der Verschiedenheit des anvisierten Klientels.
Da zu Beginn der Untersuchungen der betreffende Sozialraum meist unbekannt ist, erfordert die Möglichkeit, Fragen zu formulieren, vorab eine Recherche über den speziellen Sozialraum. Nachdem die Interviews geführt worden sind, bietet sich zudem die Möglichkeit, Interview-Informationen durch Literatur- oder Vor-Ort-Recherche zu vervollständigen.
Innerhalb der FEW ist der Begriff Sozialraum Gegenstand einer eingehenden Analyse. Es kann somit in der Forschungsarbeit bestimmt werden, bis zu welchen Makro-Strukturen sich der Sozialraum erstrecken soll.

Die Werkstatt enthält für den Forschungsteil die generellen Fragen:

  • Was kann uns die Lebensgeschichte über den Fall sagen, und was kann sie uns sagen über die den Fall umgebenden gesellschaftlichen Bedingungen?
  • Und wie können wir diese Informationen in unser fachliches Handeln einfließen lassen?
  • Wo sind Bedarfe?
  • Wo braucht es neue Strukturen?

Die Werkstatt beinhaltet für den Entwicklungsteil die Fragen:

  • Wie lassen sich bestehende Modelle und funktionale Ansätze in der Sozialen Arbeit (wie zum Beispiel der Ansatz der ressourcenorientierten Fallarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe) weiterentwickeln?
  • Welche neuen Modelle könnten entstehen?
  • Wie können wir die im Sozialraum wirkenden Kräfte für uns und unser Klientel nutzbar machen, und wie kann unser Klientel sie für sich nutzbar machen?