Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Wirkfaktoren individualpädagogischer Maßnahmen

Wirksamkeit, Strukturbedingungen und biografische Effekte gelingender Individualpädagogik - eine rekonstruktive Evaluationsstudie

  • Beginn: 2008
  • Projektzeitraum: 2008 - 2009

  • Auftraggeber: Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik e.V. (AIM)

  • Ansprechpartner: Prof. Willy Klawe


Projektbeschreibung

Das Institut für Soziale Praxis führt aktuell eine Studie zur Individualpädagogik durch, die direkt auf einer vorhergehenden Untersuchung aufbaut. 2007 wurde die vorwiegend quantitative Evaluationsstudie „Jugendliche in individualpädagogischen Maßnahmen“ abgeschlossen, die die Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik (AIM) in Auftrag gegeben hatte. Sie lieferte aufschlussreiche Daten über das Profil der Adressat/innen, strukturelle Merkmale dieser Maßnahmen sowie einige Aussagen über den Verbleib und die gegenwärtige Lebenssituation ehemals betreuter Jugendlicher (vgl. www.aim-im-netz.de ). Offen bleiben mussten im Rahmen des quantitativen Forschungsdesigns die Fragen, wie die (Lern-)Prozesse in den einzelnen Maßnahmen konkret verlaufen sind und welche Faktoren von den betreuten Jugendlichen für ihre gegenwärtige Lebenssituation als hilfreich empfunden wurden. Die jetzt von AIM in Auftrag gegebene qualitative Anschlussstudie wird diesen Fragen im Rahmen einer rekonstruktiven Evaluation nachgehen und ehemals betreute Jugendliche in narrativen Interviews auch danach befragen, wie sie im Rückblick die biografischen Effekte dieser Maßnahmen einschätzen. Neben der Perspektive der Adressat/innen werden in Leitfaden gestützten Interviews die Prozesse und Karriereverläufe aus der Sicht der übrigen Beteiligten (Betreuer/in, Jugendamt, Eltern und ggf. anderer relevanter Personen oder Institutionen) rekonstruiert. Diese vermutlich teilweise unterschiedlichen Sichtweisen und Einschätzungen werden systematisch aufeinander bezogen, um daraus ein multiperspektivisches Bild der Wirkfaktoren, hilfreicher Strukturbedingungen und biografischer Effekte Individualpädagogischer Maßnahmen zu gewinnen. Die Ergebnisse dieser multiperspektivischen Rekonstruktion können einerseits Hinweise und Anregungen für die künftige Gestaltung solcher Maßnahmen geben und sind andererseits geeignet, das spezifische Profil dieses Segments der Jugendhilfe im Hinblick auf mögliche Wirkungen konkret zu beschreiben.