Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Qualität der psychosozialen Versorgung von Straßenkindern

  • Projektzeitraum: 01.10.2001 - 30.09.2003
  • Auftraggeber: Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Ansprechpartner: Hans-Josef Lembeck

Evaluation und Praxisentwicklung
Dieses Projekt wurde vom 01.10.2001 bis 30.09.2003 im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Köln, Halle, Stuttgart und Nürnberg durchgeführt. In den vier Städten waren die folgenden Einrichtungen bzw. Projekte beteiligt:

  • Schirm-Projekt e.V. in Halle/Saale
  • Schlupfwinkel in Stuttgart
  • Sleep-In des Jugendamtes der Stadt Nürnberg und des Schlupfwinkel e.V. Nürnberg
  • Treberhilfe e.V. in Köln


Das Thema Straßenkinder beschäftigt schon seit einigen Jahren Kommunen und Jugendämter, SozialwissenschaftlerInnen und PraktikerInnen in Ballungsräumen und Großstädten. So wurden in dem DJI-Projekt Straßenkarrieren in den Jahren 1994 bis 1997 und im Aktionsprogramm Lebensort Straße: Kinder und Jugendliche in besonderen Problemlagen von 1995 bis 1998 u.a. die Lebensbedingungen dieser Kinder und Jugendlichen erforscht und Hinweise zur möglichen Umgestaltung der Hilfsangebote gegeben. Beide Projekte wurden durch das BMFSFJ gefördert.

Die Notwendigkeit von sogenannten niedrigschwelligen Angeboten der Sozialen Arbeit für Straßenkinder wird heute, auch vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse, nicht mehr in Frage gestellt. In vielen Großstädten sind Angebote geschaffen worden, die sich in ihren Arbeitsweisen, Zugängen, Konzeptionen und organisatorischen Strukturen teilweise voneinander unterscheiden, deren Zielsetzungen gleichwohl viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

Mit Hilfe dieser Angebote sollen die Zugänge zum bestehenden Jugendhilfesystem offen gehalten bzw. neue eröffnet werden. Ein Verbleib in der Straßenszene soll verhindert und die Lebensläufe der Kinder und Jugendlichen positiv beeinflusst werden. Fraglich ist, ob diese Ziele immer in einem befriedigendem Ausmaß erreicht werden. An dieser Stelle setzte unser Qualifizierungsprojekt an.

Die drei Projektphasen
Das Evaluations- und Praxisentwicklungsprojekt fragte in einer ersten Phase nach der Qualität und Effektivität niedrigschwelliger Angebote für Straßenkinder mit ihren unterschiedlichen Strukturen und annähernd identischen Zielen:

  • Wie erreichen die Einrichtungen ihre formulierten Ziele?
  • Wie sind die Kooperationsstrukturen der Hilfesysteme gestaltet?
  • Wie gelingt eine (Re-)Integration in gelingende Lebensverhältnisse?
  • Werden bestimmte Kinder und Jugendliche durch niedrigschwellige Angebote nicht erreicht?


In der zweiten Phase wurden die unterschiedlichen Zugänge der Einrichtungen in ihrer Wirksamkeit evaluiert und bewertet. Eine wichtige Frage war hier, wie die konzeptionellen Veränderungen zum bisherigen Vorgehen aussehen müssen, um Jugendliche effektiver als bisher bei der Entwicklung und Verwirklichung von Alternativen zum Leben auf der Straße unterstützen zu können. Die Konzepte der Einrichtungen wurden an ihrer aktuellen Praxis gemessen und Methoden zur Optimierung dieser Praxis erarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt sollte in der (Weiter-)Entwicklung von Kooperationsbeziehungen und Netzwerkstrategien liegen, die auf eine langfristig wirksame Unterstützung in dem sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlicher aus den Straßenszenen ausgerichtet sind.

In einer dritten abschließenden Phase wurde die veränderte Vorgehensweise erprobt und von den beiden Instituten fachlich begleitet. Abschließend wurden die Ergebnisse zu Empfehlungen für die Einrichtung und Organisation von Anlaufstellen zusammengefasst.

Das Projekt wurde in Kooperation zwischen dem isp und (federführend) dem Institut für Soziale Arbeit (ISA) bearbeitet. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) war in die Feinsteuerung des Projekts eingebunden.