Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Evaluation von Mediations- und Streitschlichterprogrammen an Schulen

  • Projektzeitraum: 01.09.2003 - 31.08.2005
  • Auftraggeber: Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • AnsprechpartnerIn: Hans-Josef Lembeck, Doris Pleiger

 

Projektbeschreibung

Gewalt an Schulen ist ein Thema, das seit mehreren Jahren sowohl PädagogInnen und PolitikerInnen, SchülerInnen und Eltern beschäftigt als auch in regelmäßigen Abständen für mediale Aufmerksamkeit sorgt. Als Reaktion auf Gewaltvorfälle an Schulen sind in den letzten Jahren an vielen Schulen verschiedene Konzepte zur Gewaltprävention und zum Umgang mit Gewalt umgesetzt worden.

Die konkrete Ausgestaltung von Mediationsprojekten an Schulen ist sehr unterschiedlich. Während sie an manchen Schulen als aktueller und meist anlassbezogener Beitrag zur Gewaltprävention eingesetzt werden, werden sie an anderen als ein Bestandteil einer dauerhaften Pflege des Schulklimas oder als ein Element im Rahmen von Schulentwicklungsprozessen genutzt. Am verbreitetsten ist das Modell der Peer-Mediation, also der Mediation durch SchülerInnen, die an einem Training zum Streitschlichter oder Konfliktlotsen teilnehmen.

Folgende Ziele sind mit dem Forschungsvorhaben verbunden:

  • Bundesweite Bestandsaufnahme von Schulmediationsprojekten, deren Systematisierung und differenzierte Typisierung
  • Vergleichende Bewertung der erhobenen Schulmediationsprojekte mit dem Ziel der Abbildung von konzeptionell und damit qualitativ unterschiedlichen Mediationsprojekttypen
  • Entwicklung von fachlich begründeten Qualitätsmerkmalen, notwendigen Rahmenbe-dingungen und Mindeststandards für Mediationsprojekte an Schulen
  • Ergebnistransfer und Praxisentwicklung


Die Evaluation von Mediationsprogrammen an Schulen erfolgt in fünf Phasen:

  • Literatur- und Internetrecherche zum bundesweiten Stand von Mediationsprogrammen an Schulen. Bestandsaufnahme und Auswertung des Materials. Erstellung einer Typologie von Mediationsprogrammen
  • Schriftliche Befragung von ca. 600 Schulen, um detaillierte Auskünfte über Qualitätsmerkmale, Rahmenbedingungen, Standards etc. zu erhalten
  • Leitfadengestützte Interviews mit Vertreter/innen von insgesamt ca. 50 Schulen (Begleitlehre/innen, andere Lehrer/innen, Schülermediator/innen, andere Schüler/innen sowie Schulleitung und Schulsozialarbeiter/innen)
  • Rückspiegelung der Ergebnisse in die Praxis im Rahmen eines Workshops für Multiplikator/innen aus Schule und Jugendhilfe und gemeinsame (Weiter-) Entwicklung von Qualitätsmerkmalen, notwendigen Rahmenbedingungen sowie Mindeststandards für Mediationsprogramme an Schulen
  • Zusammenführung und Auswertung der gesamten Ergebnisse im Rahmen eines Abschlussberichts, Präsentation der Ergebnisse im Rahmen einer Fachtagung sowie per Handreichung und auf einer CD-ROM bzw. im Internet.


Das bundesweite Evaluationsprojekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom isp und zwei kooperierenden Instituten umgesetzt, die über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Evaluation und Gewaltprävention verfügen:

  • Camino - Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung gGmbH, Berlin
  • Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism), Mainz


Das isp wurde mit der Gesamtkoordination der Evaluation betraut. Das Projekt lief vom 01.09.2003 bis zum 31.08.2005.

Der Abschlussbericht des Evaluationsprojektes wurde im Frühjahr 2006 veröffentlicht.