Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

Die sozialräumliche Weiterentwicklung der Jugendhilfe in Hamburg

  • Projektzeitraum: 2004 - 2005
  • Auftraggeber: Diakonische Werk, den Caritasverband, die Arbeiter Wohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz
  • Ansprechpartner: Prof. Willy Klawe, Hans-Josef Lembeck, Prof. Dr. Thomas Möbius

Qualifizierungsprojekt für das Diakonische Werk, den Caritasverband, die Arbeiter Wohlfahrt und das Deutsche Rote Kreuz.

In den Jahren 2004 - 2005 soll der vom Hamburger Landesjugendamt initiierte Umgestaltungs- und Qualifizierungsprozess der Jugendhilfe in den Bezirken fortgesetzt werden. Diese Umgestaltung hat sowohl auf der fachlichen als auch auf der strukturell-organisatorischen Ebene weitreichende Konsequenzen für die Träger der Hamburger Dachverbände AWO, Caritas, DRK und DW. Der Prozess befördert zwei Vorhaben, die in einem direkten Bezug zueinander stehen:

  • ein Sozialraumkonzept, durch das die Angebote der Jugendhilfe, der Familienförderung und der offenen Jugendarbeit mit den anderen jugendrelevanten Ressourcen in einem noch zu definierenden geographischen Raum vernetzt und aufeinander abgestimmt werden sollen
  • die Qualifizierung der Hilfeplanung und -gestaltung vor allem der ambulanten Erziehungshilfen

Zur Zeit liegen weder konkrete Vorgaben für die Budgetierung noch abgestimmte Versorgungsverträge vor. Ein Fortbildungsprogramm kann daher erst einmal nur fachliche Impulse geben und mögliche Modelle für die Sozialraumpraxis aufzeigen. Fortbildungsinhalte müssen vor diesem Hintergrund flexibel gestaltet werden, um aktuelle Qualifizierungserfordernisse aufnehmen zu können.

Das Qualifizierungsprojekt des isp richtet sich an Leitungskräfte der Träger in den oben genannten Verbänden, die ambulante Erziehungshilfen anbieten und sich auf die sozialräumliche Ausrichtung fachlich und betriebswirtschaftlich vorbereiten wollen. Die Veranstaltungen werden vom isp in Kooperation mit ExpertInnen für die einzelnen Schwerpunktthemen durchgeführt. Es hat im Herbst 2003 begonnen und wird im Sommer 2004 beendet werden. Es setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen.

Im ersten Baustein soll die überverbandliche Meinungsbildung zum Thema "Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe (ambulanten Erziehungshilfe)" weiter fortgeschrieben werden. In Basis-Veranstaltungen werden Positionen zu zentralen Themen eines sozialräumlichen Vorgehens in der Gestaltung ambulanter Erziehungshilfen vorgestellt:

  • Sozialräumliche Orientierung in der Kinder- und Jugendhilfe aus jugendhilferechtlicher Sicht
  • Die Entwicklung von Kommunikations- und Kooperationspartnerschaften im Stadtteil
  • Vom "Fall" für den Träger zum "Fall" im Sozialraum
  • Ambulante Erziehungshilfen als Prozesse der Ressourcenvernetzung im Sozialraum

Die sozialräumliche Angebotsgestaltung hat die Einführung und Handhabung neuer betrieblicher Steuerungsinstrumente zur Konsequenz. Grundlage für die Steuerung sind die Versorgungsverträge, die Ende des Jahres 2003 beschlossen werden sollen und die damit verbundene bezirkliche Gestaltung der Sozialraumbudgetierung. Um den Trägern eine bestmögliche Vorbereitung auf die Sozialraumbudgets zu ermöglichen, wird der zweite Baustein in zwei Phasen unterteilt:

  • Informationsveranstaltungen zu zentralen Themen der Steuerung
  • Vertiefungsveranstaltungen für zu spezifizierende Träger(konstellationen).

Dabei sollen Kenntnisse und Strategien im Umgang mit dem Finanzierungsinstrument "Sozialraumbudget" vermittelt werden, die in Workshops vertieft werden. Mögliche Schwerpunktthemen hierbei, die von Trägerleitungen anfragt wurden, sind:

  • Rolle des öffentlichen Jugendhilfeträgers/ Garantenpflicht
  • Hilfeplangestaltung
  • Dienstplangestaltung
  • Dokumentation
  • Controlling

Am Ende des Qualifizierungsprozesses können die beteiligten Träger ein "sozialräumliches Profil ambulanter Erziehungshilfen" entwickeln und die notwendigen Umsteuerungsmaßnahmen in ihrer Institution in "ihrem sozialen Raum" in Angriff genommen haben. Außerdem kann die Fortbildung zu konkreten Kooperationsprozessen von beteiligten Trägern mit anderen Sozialraumpartnern überleiten. Eine endgültige Zielformulierung für die Fortbildungsreihe ist vor dem Hintergrund der noch unklaren Rahmendaten (Sozialraumbudget, Versorgungsverträge) erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich.