Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

17.12.2018

Rückblick: Workshop „Teilhabeforschung als Empowermentstrategie“

Am 16. November 2018 veranstaltete das ZeDiSplus. Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung der Ev. Hochschule im Wichern-Saal der Stiftung Das Rauhe Haus in Hamburg den Workshop „Teilhabeforschung als Empowermentstrategie“. 50 Personen aus ganz Deutschland nahmen daran teil. Moderiert wurde der Workshop von Dr. Siegfried Saerberg, Autor und freier Künstler aus Wiehl.

Nach Grußworten von Prof. Dr. Matthias Nauerth, kommissarischer Leiter des ZeDiSplus, sowie Prof. Dr. Andreas Theurich, Rektor der Ev. Hochschule, führten Lars Bruhn und Jürgen Homann, beide wissenschaftliche Mitarbeiter im ZeDiSplus, die Teilnehmer_innen in die Thematik des Workshops ein. Sie warfen die Frage auf, wie Teilhabeforschung aus der Perspektive von Disability Studies zu praktizieren sei, in dem Sinne, dass Teilhabeforschung auf die Emanzipation und somit auf das Empowerment der an der Forschung beteiligten, von Behinderung betroffenen Menschen zielt.

Es folgte ein Vortrag von Dr. Sonali Shah von der Universität Nottingham. Die Wissenschaftlerin hat am Center for Disability Studies der Universität Leeds in Großbritannien Disablitiy Studies studiert und forscht seit 15 Jahren im Bereich der Behinderungsforschung (disability research). In ihrem Vortrag referierte sie über das emanzipatorische Forschungsparadigma, wie es in Großbritannien schon seit über 30 Jahren entwickelt wurde sowie über ihre diesbezügliche Forschung.

Nach einer Pause ging Nicole Andres, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei BODYS, dem Bochumer Zentrum für Disability Studies an der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, auf Herausforderungen und Chancen partizipativer Forschung in den Disability Studies ein. Schließlich stellte Dr. Ilja Seifert, Ehrenvorsitzender des Allgemeinen Behindertenverbands in Deutschland "Für Selbstbestimmung und Würde" e.V. (ABiD), Berlin, das ABiD-Institut Behinderung & Partizipation e.V. (IP&B), einem An-Institut der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) Berlin, vor.

Für die Teilnehmer_innen des Workshops gab es die Möglichkeit, mit den Referent_innen ausgiebig zu diskutieren. Hierbei ging es, bezogen auf Disability Studies und Teilhabeforschung, etwa um Fragen zur Wirksamkeit von Forschung und ihren Ergebnissen, um geeignete Forschungsmethoden sowie um Objektivität als wissenschaftlichen Anspruch an Forschung. Aber auch die Frage der Vergütung von allen in den Forschungsprozess involvierten Personen wurde aufgeworfen. Deutlich wurde, welche zentrale Bedeutung Forschungsanträgen zukommt, wenn ein emanzipatorisches Paradigma in der Praxis funktionieren soll.

Schlussendlich wurde eine vielseitige Betrachtung von Teilhabeforschung aus der Perspektive von Disability Studies angeregt - nicht zuletzt durch mehrere Beispiele aus der Praxis.