Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

13.02.2019

Rückblick Fachtag „Praxis erforschen“

Prof. Dr. Gertrud Oelerich

Verw.-Prof. Anna Kasten

 

Am 18. Januar 2019 hat an der Ev. Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Kathrin Hahn, Prof. Dr. Christof Beckmann und Prof. Dr. Matthias Nauerth der Fachtag „Praxis erforschen“ stattgefunden.

Im Fokus des Fachtags standen Forschungsergebnisse aus den Handlungsfeldern Jugendhilfe, Drogenhilfe, Hilfen für Menschen mit Behinderungen und Diakoniemanagement, die im Rahmen von Forschungsprojekten und -werkstätten sowie Abschlussarbeiten an der Hochschule entstanden sind.

Umrahmt wurde das Programm durch Gastvorträge von Prof. Dr. Gertrud Oelerich (Bergische Universität Wuppertal) und Verw.-Prof. Anna Kasten (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim).

Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Andreas Theurich, Rektor der Ev. Hochschule, und der Einleitung in das Programm durch Prof. Dr. Christof Beckmann folgte der erste Gastvortrag von Prof. Dr. Gertrud Oelerich. Vor dem Hintergrund der Feststellung, dass empirische Forschung in der Sozialpädagogik bzw. Sozialen Arbeit zunehmend selbstverständlich geworden ist, gab sie Einblick in verschiedene Schwerpunkte der Diskussion. So verwies sie bspw. auf die systematisch unterschiedlichen Herangehensweisen verschiedener Forschungsformen wie solche, die eher auf die Erarbeitung von Grundlagentheorien gerichtet sind oder auf Praxisentwicklung. Zudem stellte sie die Frage, wie Forschung produktiv zur Sicherung Sozialer Teilhabe beitragen könne und schloss mit einem Plädoyer für die Integration empirischer Forschung in das Studium der Sozialpädagogik / Sozialen Arbeit.

Nach dem Vortrag von Prof. Dr. Gertrud Oelerich wurden die Ergebnisse der Forschungsvorhaben der Ev. Hochschule aus den letzten eineinhalb Jahren vorgestellt. Themen waren hierbei unter anderem die Gestaltung von Unterstützungsangeboten zur Trauerbegleitung von Menschen mit geistiger Behinderung oder das Verständnis von Religionssensibilität bei Führungskräften in diakonischen Einrichtungen.
Der Umfang und die Spannbreite der vorgestellten Ergebnisse zeigten, dass sich die Hochschule immer mehr als ein Ort für empirische Forschung etabliert und die Praxis hierfür als Impulsgeberin fungieren kann.

Im Anschluss an die Präsentationen bot der Fachtag Möglichkeiten des direkten Dialogs mit der Praxis. Viele der mehr als 70 Teilnehmer_innen kamen aus praxisbezogenen Kontexten und brachten sich mit den teilnehmenden Studierenden und Wissenschaftler_innen in die Diskussionen ein.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung durch den Vortrag von Verw.-Prof. Anna Kasten, stellvertretende Sprecherin der Sektion Forschung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA), die auf die Schwierigkeiten der empirischen Forschung an Fachhochschulen hinwies. Eine entsprechende Förderung empirischer Forschungsvorhaben und entsprechende Anstrengungen seien vonnöten, um praxisnahe Erkenntnisse generieren zu können.

Insgesamt wurde sowohl die Bandbreite der vorgestellten Themen als auch die sehr heterogene Zusammensetzung der Teilnehmer_innen als produktiv und anregend angesehen. Die Hochschule plant einen Fachtag im entsprechenden Format zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen.