Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

20.05.2019

Hamburg – Aarhus- und zurück

Seit 2017 findet unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrike Suhr ein regelmäßiges Treffen von Studierenden der Ev. Hochschule und der Diakonieschule Aarhus statt.

Nachdem in den letzten zwei Jahren Studierende aus Aarhus in Hamburg zu Besuch waren, reiste vom 10. bis zum 13. April 2019 nun die erste Studiengruppe des Diakonieseminars (5. Semester) der Ev. Hochschule für einen viertägigen Gegenbesuch nach Aarhus.

Besuch in Aarhus

Am ersten Abend wurde die Gruppe von Bodil Lodberg, die auf dänischer Seite das Treffen leitete, sowie durch den Rektor der Diakonieschule Aarhus, Jens Pedersen, in Empfang genommen. Dabei wurden den Gästen das Diakonie- und Kirchensystem in Dänemark näher gebracht.

Am zweiten Tag des Besuches arbeiteten die Studierenden in gemischten Arbeitsgruppen zusammen. Im gemeinsamen Dialog diskutierten sie organisatorische Fragen, den Aufbau und die Struktur der Diakonieausbildungen, die eigene Studienmotivation und den eigenen Glauben.

Am Nachmittag folgte ein Ausflug zu einer kirchlichen Gemeinde in Viby. Die dortigen Diakon_innen stellten den Studierenden verschiedene Projekte der Gemeinde, wie das Sozialcafé oder den eigenen Secondhand-Laden, vor.

Der Freitagmorgen wurde mit einem „morning prayer“ gestartet, das von zwei Studierenden der Ev. Hochschule geleitet wurde. Daran anschließend folgte ein Besuch der Church Army, die mit der Stadtmission in Deutschland vergleichbar ist. Dort wurden den Studierenden die Wärmestube und die Werkstätten gezeigt, deren Produkte nach dem Prinzip des Upcycling in einem Laden in der Innenstadt verkauft werden.

Anschließend besuchte die Studiengruppe das Freiwilligencenter von Aarhus, das als Anlaufstelle für hilfesuchende Menschen sowie als Koordinations- und Organisationsstelle von Freiwilligenarbeit dient. Den Abschluss des Tages bildete eine Stadtführung mit einem Obdachlosen, der einen ganz eigenen, persönlichen (Ein)blick auf Aarhus sowie in seine Lebensgeschichte gewährte.

Am Samstag machte sich die Studiengruppe nach einer kleinen Sightseeing-Tour schließlich auf die Rückreise nach Hamburg.

Besuch in Hamburg

Bereits am 8. Mai 2019 folgte der Gegenbesuch aus Aarhus. Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Ulrike Suhr fand eine Führung über das Gelände des Rauhen Hauses statt. Hierbei lernten die Gäste die Stiftungsgeschichte und -entwicklung seit ihrer Gründung 1833 durch Johann Hinrich Wichern sowie die Bedeutung des Rauhen Hauses für die Ausgestaltung der Diakonie in Deutschland kennen. Während des Rundgangs machte die Gruppe bei verschiedenen Stiftungseinrichtungen, wie der Sozialpsychiatrie, dem Gymnasium, den Stabsstellen, dem Handwerkerhaus und den Wohngruppen, Halt.

Daran anschließend wurden die Gäste durch Prof. Dr. Kathrin Hahn, Prorektorin der Ev. Hochschule, begrüßt und durch eine Präsentation von Janna Schlegelmilch mit den Forschungsschwerpunkten, den (internationalen) Kooperationen und den Studienstrukturen der Ev. Hochschule vertraut gemacht. Den Abschluss des Tages bildete eine Gruppenarbeit. Anhand biblischer Texte diskutierten die Studierenden diakonische und sozialarbeiterische Themen wie Gerechtigkeit, Heilung sowie den Umgang  mit verwundbaren Personen und Randgruppen. Die Fragen „Wie lesen wir als angehende Diakon_innen diesen Text heute?“ sowie  „Was bedeutet das für mein Verständnis von Professionalität?“ waren hierbei leitend.

Sowohl der Besuch in Aarhus als auch der Gegenbesuch in Hamburg wurde von den Studierenden als sehr positiv bewertet. Der gegenseitige Austausch ermöglicht es allen Beteiligten im gemeinsamen Dialog voneinander zu lernen und hierbei neue Perspektiven auf Diakonie sowie auf das Verhältnis von Diakonie und Sozialer Arbeit zu entwickeln.