Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

30.04.2014

Erfolgreiche Fachtagung "Trägerbudget und Sozialraum"

 

Die Fachtagung zur Weiterentwicklung der ambulanten Sozialpsychiatrie stieß am 21.3.2014 an der EHH auf großes Interesse.

Zum Hintergrund:

Die ambulante Sozialpsychiatrie in Hamburger befindet sich in einem Reformprozess. Das Fachreferat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration entwickelte ein neues Rahmenkonzept, das seit Januar 2014 umgesetzt wird. Dessen Kern ist die Umstellung der Finanzierungsform auf Trägerbudgets, verknüpft mit dem Gedanken einer besseren Ausrichtung und Verankerung der Hilfeformen in den jeweiligen Sozialräumen der Adressat_innen.  Der Umsetzungsprozess wird durch ein Begleitmanagement unterstützt, an dem u. a. die Betroffenen- und Angehörigenverbände, Spitzenverbände und Trägerorganisationen beteiligt sind.

Mit diesen Veränderungen sind vielerlei Hoffnungen und Befürchtungen verbunden. Hoffnungen bestehen u.a. auf einen Abbau von Bürokratie, Anreize zu trägerübergreifenden Kooperationen und Qualitätsgewinne durch die Entkopplung von Geld und Leistung.  Demgegenüber besteht u.a. die Sorge, das Trägerbudget könne größere Träger bevorteilen und kleinere Träger zu Zwangskooperationen drängen. Befürchtet wird auch, dass sich die Begegnungsstätten zu „sozialpsychiatrischen Inseln“ entwickeln und Menschen mit komplexen Hilfebedarfen aus dem System geschwemmt werden könnten, weil sie den Trägern zu „teuer“ werden.

Vor diesem Hintergrund wurde am 21.3.2014 an der Evangelischen Hochschule eine ganztägige Fachtagung mit 200 Teilnehmenden durchgeführt, die kooperativ von Verantwortlichen der BASFI (Axel Georg-Wiese), des Stiftungsbereiches Sozialpsychiatrie des Rauhen Hauses (Wolfgang Bayer) und der Evangelischen Hochschule (Anneke Wiese und Matthias Nauerth) verantwortet wurde. Ihr Ziel war es, das vorliegende Konzept einer Überprüfung durch die Hamburger Fachöffentlichkeit zu unterziehen. Von besonderer Bedeutung waren hier die Beiträge von fünf Experten und einer Expertin, die ihren Arbeitsschwerpunkt nicht in Hamburg haben. Sie kommentierten zunächst einzelne fachliche Aspekte des Konzeptes aus ihrer „externen“ Perspektive und moderierten im Anschluss jeweils eine Arbeitsgruppe der Teilnehmenden. Unter der Moderation von Burkhard Plemper konnte auf diese Weise ein Ergebnis hervorgebracht werden, das den gegenwärtigen Fachdiskurs abbildet und zudem Impulse für die Weiterarbeit an diesem Konzept liefert.

Hier finden Sie ein PDF mit einer ausführlichen Tagungsdokumentation.

Hier finden Sie das PDF mit dem Beitrag von Herrn Prof. Steinhardt zu Ausgrenzungs- und Einschließungswirkungen.

Anneke Wiese und Matthias Nauerth