Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

01.09.2020

„Die bestehenden Verhältnisse betrachten und hinterfragen“

Sören Wichmann, Absolvent des M.A. Soziale Arbeit

Sören Wichmann, Absolvent des M.A. Soziale Arbeit

Ich habe mich für die Ev. Hochschule entschieden, weil…

ich von Freund_innen erfahren habe, dass die Hochschule einen guten Ruf hat und im Studium der Fokus auf kritische Lehre gelegt wird. Daraufhin habe ich mir die Studienbeschreibung und Inhalte auf der Homepage genauer durchgelesen, und bin direkt vorbei gekommen, um mir die Hochschule anzuschauen. All das zusammen hat mich überzeugt. Zudem war es mir in Bezug auf den Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden wichtig, dass Lehrende ansprechbar sind, Themen gemeinsam diskutiert werden und ein gutes Arbeitsklima besteht. Das hatte ich bereits im Bachelorstudium hier an der Hochschule so wahrgenommen und mich deshalb auch für den Master hier entschieden. Im Studium hat mir insbesondere das Modul zur Geschichte der Sozialen Arbeit gefallen, da ich es sehr spannend finde, wie sich sozialpolitische Theorien entwickelt haben und bis heute Einfluss nehmen – aber auch die Rechtsvorlesung. Die wurde inhaltlich unglaublich gut vermittelt und ich kann das Wissen sehr konkret im Arbeitskontext anwenden.

Die Idee, Soziale Arbeit zu studieren, kam durch meine Aushilfstätigkeit in der Flüchtendenhilfe auf. Ursprünglich hatte ich überlegt, Lehramt oder Medizin zu studieren. Aber während meiner Arbeit in der Unterkunft habe ich die professionelle Arbeit mit Menschen in sozialen und politischen Problemlagen kennen gelernt, was mir 'gut' gefallen hat. Meine damalige Chefin hatte mir dann das Studium der Sozialen Arbeit empfohlen. Eine weitere Motivation war auch, dass ich während meiner Aushilfstätigkeit Problemlagen gesehen habe, gerade wenn es um soziale oder rechtliche Fragen geht, die nur durch sozialpädagogische Fachkräfte bearbeitet werden können.

 

Sozialarbeiter zu sein bedeutet für mich…

die bestehenden Verhältnisse zu betrachten und zu hinterfragen. Darüber hinaus erachte ich es als wichtig, sowohl das einzelne Individuum als auch bestehende Problemlagen eingebettet in einen globalen Kontext zu betrachten. Als Sozialarbeiter sehe ich mich Seite an Seite mit den Adressat_innen, anstatt ihnen hierarchisch übergeordnet. Zudem heißt Soziale Arbeit für mich, die Praxis zu professionalisieren. So arbeite ich seit einiger Zeit in der Seemannsmission - ein Bereich, der wenig erforscht ist. Hier kann man zum Beispiel durch eine sozialraumorientierte, dem systemischen Ansatz folgende Forschung dazu beitragen, theoriebasierte Arbeitsgrundlagen zu erstellen, Alltagswissen theoretisch einzubetten und so das Handeln zu professionalisieren.

 

Ich glaube,…

dass gerade in den Zeiten, in welchen sich die Soziale Arbeit jetzt befindet, es wichtig ist, sich auf die Adressat_innen zu fokussieren – sich auf diese zu beziehen und mit ihnen für ihre Bedarfe Partei zu ergreifen.