Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

29.03.2016

Bedarfsgerechtigkeit in der ambulanten Sozialpsychiatrie

An der Ev. Hochschule fand am 23. März 2016 die zweite Fachtagung zur Weiterentwicklung der ambulanten Sozialpsychiatrie statt, verantwortet von Anneke Wiese (Tagungsleitung) und Prof. Dr. Matthias Nauerth (beide Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie), Prof. Dr. Dieter Röh (Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg), Jens Stappenbeck (Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Hamburg) und Axel Georg-Wiese (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg).

Realisiert wurde die Durchführung zudem durch die Mitarbeit der Moderatorin Anita Hüseman (Kaleidoskop) und eines Teams aus wissenschaftlichen Fachkräften (Urs Erben, Candelaria Mahlke, Janina von Schlippe, Dr. Franziska Boneberg Volker Heer-Rodiek) sowie Studierenden des Masterstudiengangs „Soziale Arbeit“ der Evangelischen Hochschule (Jonas Berges, Angelos Karavias, Tom Ring, Thordis Roos, Timo Tammena). Die Organisationsleitung hatte Claudia Stabler von der Evangelischen Hochschule.

Diese Fachtagung schloss an die 2014 durchgeführte Fachtagung am gleichen Ort an, die sich auch bereits auf die Umsteuerungen in der Hamburger Sozialpsychiatrie bezogen hatte. Konkret handelt es sich hierbei um eine von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) entwickelte Neukonzeptionierung des Leistungsangebotes „Ambulante Sozialpsychiatrie“ (ASP).

Auf der ersten Fachtagung wurde im März 2014 das Konzept der ASP fachlich und fachwissenschaftlich durch Expert_innen und beteiligte Fachkräfte untersucht, um dessen methodischen Ansatz, die Potentiale wie auch mögliche Risiken zu identifizieren. Die nun im März 2016 durchgeführte zweite Fachtagung zielte sodann darauf, nach zweijähriger Erfahrung gemeinsam mit allen Beteiligten und Interessierten eine Zwischenbilanz zu ziehen und folgende Fragen einer Beantwortung näher zu führen: Wie ist der Stand der Umsetzung des Konzepts, welche Herausforderungen bestehen und welche Perspektiven ergeben sich hieraus - und zwar im Hinblick auf die Bedarfsgerechtigkeit der Hilfen für die Leistungsberechtigten?

Der Fachtag gliederte sich in drei Abschnitte:
Im ersten Abschnitt hatten Hamburger Vertreter_innen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen aus dem sozialrechtlichen Dreieck (Betroffene/Angehörige, Leistungsträger_in, Leistungserbringer_in) die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen mit der ASP seit Beginn der Umsetzung zu berichten (Staatsrat Jan Pörksen, Anke Korsch, Dr. Hans-Joachim Meyer, Axel Georg-Wiese, Joachim Speicher). Zudem wurde das Thema „Sicherstellung von Bedarfsgerechtigkeit im Rahmen von Budgetfinanzierung“ aus dem übergeordneten Blick des Rechts betrachtet (Prof. Dr. Christian Bernzen) und erste Ergebnisse des die Umsetzung begleitenden BAESCAP-Forschungsprojektes zur Wirkung der ASP (Teilprojekt A) vorgestellt (Prof. Dr. Dieter Röh). 

Im zweiten Abschnitt arbeiteten die Tagungsteilnehmer_innen in fünf getrennten Arbeitsgruppen zu den Themen „Sozialräumliche Orientierung“, „Ausgrenzungs- und Einschließungswirkungen“, „Personenzentrierung“, „Finanzierungssystematik“ und „Personalentwicklung“ und entwickelten auf der Grundlage ihrer Expertise jeweils zentrale Thesen zu den spezifischen Aspekten der ASP.

Im dritten Abschnitt wurden diese zentralen Thesen sodann von Vertreter_innen des „sozialrechtlichen Dreiecks“ im Rahmen einer Podiumsdiskussion abschließend erörtert (Kerrin Stumpf, Jurand Daszkowsky, Axel Georg-Wiese, Jens Stappenbeck).

Die Organisator_innen waren sich abschließend darin einig, dass dieses Format der „diskursiven Fachtagung“ eine Fortsetzung verdient.

Die ausführliche Tagungsdokumentation können Sie hier einsehen:

Tagungsdokumentation.pdf