Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie

28.05.2020

Alltagsbewältigung und soziale Ungleichheiten in Zeiten der Sars-CoV-2-Pandemie

Unter der Leitung der Lehrbeauftragten Anna Köster-Eiserfunke untersuchen Studierende  des Master-Studiengangs Soziale Arbeit im Rahmen ihrer Forschungs- und Entwicklungswerkstatt die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Alltagsbewältigung unter der Berücksichtigung sozialer Ungleichheiten.

Die Forschung findet in Kooperation mit dem Stadteilgesundheitszentrum „Poliklinik“ auf der Veddel statt. Das Zentrum bietet seit 2017 primärmedizinische Versorgung, Sozial- und Rechtsberatung sowie Gemeinwesenarbeit in Form von Präventionsprojekten. Soziale Verhältnisse wie Armut, Rassismus oder Wohn- und Arbeitsbedingungen werden von dem Stadteilgesundheitszentrum als soziale Determinanten von Gesundheit analysiert und somit zum Gegenstand einer neu-konzipierten Gesundheitsversorgung.

Daran anknüpfend nehmen die Studierenden bei der Betrachtung des Alltagserlebens und der Bewältigungsmöglichkeiten während der Corona-Krise soziale Faktoren in den Blick. Welche Belastungen treten im Alltag insbesondere auf und welche Bedeutung haben darin soziale Ungleichheiten? Dabei werden ebenso das Erleben und die Verfügbarkeit von Gestaltungs- und Umgangsmöglichkeiten im Alltag berücksichtigt. Zugleich wird analysiert, welche Formen der Hilfe und Unterstützung als hilfreich erlebt werden.

Im Sommersemester 2020 werden die Studierenden qualitative (Online- oder Telefon-) Interviews mit Bewohner_innen aus unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen und in ganz verschiedenen Lebenslagen führen. Dabei wird ein besonderer Schwerpunkt auf den Stadtteil Veddel gelegt. Zusätzlich wird mit auto-/ethnographischen Beobachtungsprotokollen gearbeitet. Die Auswertung beginnt bereits mit den ersten Interviews und folgt dem Ansatz einer (konstruktivistischen/reflexiven) Grounded Theory (vgl. Kathy Charmaz,Franz Breuer).

Zum Abschluss der Forschungs- und Entwicklungswerkstatt im Frühjahr 2021 werden die Ergebnisse dem Stadtteilgesundheitszentrum „Poliklinik“ zur Reflexion und Fortentwicklung ihrer Praxis zugänglich gemacht.

Der Fokus der Forschung spielgelt die gesellschaftliche Relevanz von Ungleichheitsdimensionen und die Bedeutung der Pandemie-Bewältigung für den Kooperationspartner „Poliklinik“ wider.

Weitere Informationen zur Forschungswerkstatt sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.