Woher wir kommen

Diakonenschüler 1925

Diakonenschüler 1925

Den Gedanken eines "Gehilfeninstituts" hatte Johann Hinrich Wichern schon 1832 geäußert. Er legte vor seinem Einzug ins Rauhe Haus dem Verwaltungsrat diesen Gedanken vor und erfuhr erst einmal eine Absage. Aber 1834 waren die ersten "Brüder" da, und die Zahl der aufgenommenen Kinder wuchs schneller als erwartet. 1835 hatte seine Bitte um eine "Brüderanstalt" Erfolg, 1839 übertrug der Verwaltungsrat Wichern die Verantwortung für den Ausbau. 1842 erschien eine erste Nachricht über das Gehilfeninstitut im Rauhen Haus als "Seminar für die Innere Mission".

Die eigentliche Begründung der "Brüderanstalt" gelang, als sich 1844 ein Kuratorium bildete. Die auf diese Weise entstandene Ausbildungseinrichtung Wicherns erlangte schnell hohe Anerkennung. Wichern stellte eine Ordnung der Brüderschaft vor, die er dem Familienprinzip der Kinderanstalt entsprechend als Brüderfamilien konzipierte. Er nannte sie "Konvikte", denen ein von den Brüdern gewählter Konviktmeister vorstand.

Die Not, die ihm begegnete und zu deren Abhilfe er sich herausgefordert sah, wurde für Wichern immer wieder zum Ausgangspunkt neuen Handelns; denn "nur der kann sich der Not in ihrer ganzen Breite entgegenstellen, der den Mut hat zur ersten kleinen Tat". So entsandte er im Rahmen der beginnenden Arbeit des Roten Kreuzes Felddiakone als Sanitäter in den deutsch-dänischen Krieg. Er setzte sich für die Begleitung der Auswanderer ein. Er unterstützte die wandernden Handwerksgesellen in "Herbergen zur Heimat", engagierte sich für die Betreuung von Eisenbahn-Bauarbeitern und entsandte Stadtmissionare. Heute sind Brüder und Schwestern des Rauhen Hauses in ganz Deutschland zu finden, aber auch in Übersee.

Nach wie vor werden im Rauhen Haus Diakone (und seit 1971 auch Diakoninnen) ausgebildet. Sie haben heute eine doppelte Qualifikation mit einem staatlich anerkannten Bachelorabschluss als Sozialpädago(inn)en und einem kirchlichen Abschluss als Diakon(in). Sie verbinden in ihrer Arbeit berufliche Fachkompetenz mit christlicher Nächstenliebe.

Ev. Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie